Der Frankfurter Maler Karl Streit (1852-1925) hat sich bei seinen Streifzügen durch die Natur häufig auch im Taunusraum bewegt. Dabei hat er mehrfach auch das einst dicht von Apfelbäumen und Wiesen umschlossene Dornholzhausen mit seiner Kirche festgehalten. Im Frühjahr war das Dorf von einem duftenden weißen Blütenkranz umgeben. Das 1916 entstandene Gemälde bewahrt das Museum im Gotischen Haus in Bad Homburg.


Mit diesem kleinen Ölbild von Karl Trinkewitz (1891 - 1961) wird eindrucksvoll der einst ländliche Charakter von Dornholzhausen dokumentiert: Felder, Wiesen und Obstbäume prägen das Bild. Es entstand 1925, nachdem der Maler Anfang der 20er Jahre in Bad Homburg seine Werkstatt eröffnet hatte und Steifzüge in die Umgebung unternahm.


Der Frankfurter Heinz Woelcke (1888-1963), ausgebildet in der renommierten Städel-Schule, erwarb sich früh den Ruf eines Landschaftsmalers. In seinem Werk dominieren die Motive der Region, vor allem des Taunus im Wandel der Jahreszeiten. In diesem Gemälde verbindet sich bewährte, traditionelle Malweise mit einer leichten, impressionistischen Manier, die die Darstellung in das flirrende Licht eines Sommertages taucht und Atmosphäre schafft. Es zeigt eine Partie der "Braumannswiesen" in Dornholzhausen, wie sie dort vor dem Krieg ausgesehen hat. Mit seiner Frau, einer Malerin, lebte Woelcke etwas 10 Jahre in dem Waldenserdorf, ehe er sich in Falkenstein niederließ.

Im Januar 2017 hat das Städtische historische Museum in Bad Homburg dieses Bild von Heinz Woelcke, zusammen mit einem Blumenstilleben seiner Frau, der Malerin Martha Woelcke, erworben. Beide Gemälde stammen aus der Vorkriegszeit und werden z.Zt. einer Restaurierung unterzogen.

Bereits 2016 erschien ein Katalog mit Werken von Heinz Woelcke, der Im Anhang auch einige Arbeiten seiner Frau zeigt. Im Zentrum stehen Gemälde mit Motiven der vielfältigen Landschaft des Taunus, in dem der Maler den größten Teil seines Lebens verbrachte. Auskünfte über den Katalog erteilt die Herausgeberin Ismene Deter, die dem "Geschichtskreis Dornholzhausen" angehört.


Das am südlichen Taunushang gelegene ländliche Dornholzhausen hat öfters auch Edmund Gogel (1840-1901) aufgesucht. Er war Autodidakt und der Sohn einer begüterten Frankfurter Handelsfamilie, der sich in seiner letzten Lebensphase in Homburg ganz der Malkunst hingab und in einer Fülle farbiger Zeichnungen und Aquarelle die Stadt und ihre Umgebung zu Papier brachte. Dabei haben ihn immer wieder auch die Menschen in typischen Momenten und Situationen ihres Alltags gereizt – das mondäne Kurpublikum ebenso wie der Bürger und das Landvolk in seinem schweren Tagewerk. Hier eine der Bäuerinnen aus dem Hintertaunus, die mit ihren Waren auf dem Rücken – Butter, Eier, Gemüse, Beeren, aber auch handwerkliche Produkte – Sommer wie Winter in aller Herrgottsfrühe zu Fuß den langen Weg antraten, um sie in Homburg und den umliegenden Dörfern zu verkaufen und noch am selben Tag zurückzukehren. Gogel hat etwa ein Dutzend Zeichnungen und Skizzen mit Motiven aus Dornholzhausen hinterlassen.

 


Mehrfach hat die Waldenserkirche in Dornholzhausen dem Homburger Maler Karl Trinkewitz (1891-1961) als Motiv gedient. An diesem, etwa Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen, reizvollen Ölbild wird besonders deutlich, dass es die Kirche war, die den Mittelpunkt der damals sehr kleinen Gemeinde bildete.


Der in Frankfurt am Main geborene und in Weimar ausgebildete Carl Stolz (1894-1978) widmete sich zeitlebens vor allem der Landschaft. Wie auf andere Maler übte auch auf ihn der idyllische Forellenteich in Dornholzhausen eine große Anziehungskraft aus. Was ihn besonders reizt, ist das Spiel von Licht und Schatten. Die Art, wie er mit dem das Sonnenlicht reflektierende Wasser, den Lichtflecken im Grün der Bäume und auf den nackten Körpern der Badenden umgeht, zeigt zweifellos den Einfluss impressionistischer Malweise, die in der ersten Hälfte des 20 Jh. auch die Rhein-Main-Region erreichte. Das Bild atmet die Atmosphäre eines heißen Sommertages am Wasser; es entstand um 1930.


Auch bei dieser Zeichnung erweist sich Edmund Gogel (1840-1901) als Meister des Lokalkolorits. Zum gewohnten Bild von Dornholzhausen gehörte der Ortsdiener, der die Mitteilungen und Anordnungen aus dem Bürgermeisteramt überbrachte. Im letzten Viertel des 19. Jh. übte Daniel Bertalot dieses Amt aus. Mit der Schelle unterm Arm, mit der er seine Neuigkeiten ankündigte, verlas er, in würdiger Amtskleidung, mit der “Urgewalt seines Basses” , an bestimmten Plätzen des Ortes die jeweilige Nachricht. Die Zeichnung entstand um 1897, als Bertalot ein noch rüstiger Mann von 74 Jahren war.

 




Texte: Ismene Deter



Bilder des Dornholzhäuser Künstlers Kuno Allershausen

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Bild oben: Auf dem Weg von Dornholzhausen zur Talmühle

Kuno Allershausen wohnt seit über 40 Jahren in Dornholzhausen, weshalb sehr viele seiner Motive auch aus der Umgebung von Dornholzhausen stammen. Nach Beendigung seiner Berufstätigkeit hat Kuno Allershausen die Malerei als Hobby entdeckt. Er malt vorwiegend mit Acrylfarben, nutzt aber auch Pastellkreiden und Aquarell. Er hat sich bereits an mehreren Ausstellungen beteiligt. Jedes Jahr produziert Kuno Allershausen mit zwölf seiner Bilder einen Kalender.

 

Bild links: Güldensöllerweg in der Herbstsonne

 

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Bild oben: Wanderweg durch die Braumannswiesen in Richtung Herzberg.

 

Die Rechte der drei hier gezeigten Bilder liegen bei Kuno Allershausen, bei dem wir uns für die Genehmigung zur Veröffentlichung auf dieser Homepage bedanken.